CHIME Modell+
Das CHIME-Modell (entwickelt von Mary Leamy und Kollege*innen, 2011) hat die moderne Psychiatrie stark beeinflusst, da es den Fokus von einer rein medizinischen Sichtweise („Was ist kaputt?“) hin zu einer ganzheitlichen, ressourcenorientierten Sichtweise („Was hilft dir, gut zu leben?“) verschoben hat.
Das CHIME-Konzept ist ein zentraler Rahmen im Bereich der psychosozialen Gesundheit und der psychiatrischen Versorgung. Es wurde entwickelt, um die Faktoren zu identifizieren, die den persönlichen **Recovery-Prozess** (Genesung) von Menschen mit psychischen Erkrankungen maßgeblich unterstützen.
Anstatt sich nur auf die klinische Heilung (Symptomfreiheit) zu konzentrieren, fokussiert sich CHIME auf die persönliche Genesung – also darauf, trotz oder mit den Einschränkungen ein hoffnungsvolles und sinnerfülltes Leben zu führen.
Das Akronym „CHIME“ steht für die fünf Kernelemente des CHIME-Konzepts
Es geht um die soziale Einbindung. Genesung geschieht nicht isoliert.
- Beziehungen: Unterstützung durch Freunde, Familie und Partner.
- Peer-Support: Der Austausch mit Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben (Genesungsbegleiter).
- Gesellschaftliche Teilhabe: Das Gefühl, ein wertvoller Teil der Gemeinschaft zu sein.
Hoffnung gilt als der „Motor“ der Genesung. Ohne den Glauben daran, dass Besserung möglich ist, stagniert der Prozess.
- Glaube an die Veränderung: Die Überzeugung, dass man sich weiterentwickeln kann.
- Motivation: Kleine Erfolge feiern, um die Zuversicht zu stärken.
- Unterstützende Umgebung: Fachkräfte und Angehörige, die eine positive und bestärkende Haltung vermitteln.
Psychische Erkrankungen führen oft dazu, dass Menschen sich nur noch über ihre Diagnose definieren („Ich bin Schizophrener“ statt „Ich habe Schizophrenie“).
- Re-Definition: Den Fokus weg vom „Patienten-Status“ hin zu den eigenen Stärken und Rollen (z. B. als Künstler, Elternteil, Mitarbeiter) lenken.
- Selbstwertgefühl: Aufbau eines positiven Selbstbildes, das nicht durch die Krankheit dominiert wird.
Ein sinnerfülltes Leben schützt vor Rückfällen und gibt Struktur.
- Lebensziele: Was möchte ich erreichen?
- Soziale Rollen: Verantwortung übernehmen (z. B. Arbeit, Ehrenamt, Hobbys).
- Spiritualität oder Werte: Ein persönliches Wertesystem finden, das Halt gibt.
Empowerment bedeutet, die Kontrolle über das eigene Leben und die Behandlung zurückzugewinnen.
- Eigenverantwortung: Aktive Beteiligung an Entscheidungen
- Stärkenfokus: eigene Ressourcen nutzen, anstatt nur Defizite zu betrachten.
- Autonomie: Das Vertrauen in die eigene Fähigkeit, Herausforderungen zu meistern.
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- Ziel: Reduzierung von Stress, die Steigerung des Wohlbefindens und eine tiefere Verbindung zum gegenwärtigen Moment durch bewusste Wahrnehmung von Gedanken, Gefühlen und Körperempfindungen ohne Wertung.
- Inhalte: Reduzierung von Stress, die Steigerung des Wohlbefindens und eine tiefere Verbindung zum gegenwärtigen Moment durch bewusste Wahrnehmung von Gedanken, Gefühlen und Körperempfindungen ohne Wertung.
- Ziel: Schaffung eines sicheren und stabilen Umfelds zur Förderung von Genesung.
- Inhalte: Umgang mit Stress, Aufbau von Schutzfaktoren, Sicherheit im sozialen und physischen Umfeld, Grenzen setzen, Reflexion der eigenen Bedürfnisse.
- Ziel: Stärkung von Flexibilität und Offenheit für neue Chancen und Möglichkeiten
- Inhalte: Kreatives Denken, Problemlösungsstrategien, Veränderungsbereitschaft, Entfaltung von Potentialen.
- Ziel: Förderung des körperlichen Wohlbefindens als Teil der psychischen Gesundheit.
- Inhalte: Körperliche Aktivität, Yoga, Atemübungen, Ernährung, Körperbewusstsein.